Bolonkas vom Ruhneblick


Schutzimpfungen

Wurmkuren

Zecken/Flöhe

Pro und Kontra Kastration/Sterilisation

 

Schutzimpfungen

 

Einmal im Jahr sollte jeder Hund die 4-fach Impfung (Staupe, Leptospirose, Zwingerhusten  und Parvovirose, -siehe Impfpass-), sowie die Tollwutimpfung vom Tierarzt bekommen.

Das erste Mal erhält der Hund als Welpe mit ca. 8 Wochen die 4-fach Impfung und wird als Grundimmunisierung noch vom Züchter übernommen, bevor er mit 9-10 Wochen dem neuen Besitzer übergeben wird. Gleichzeitig wird der Hund an diesem Tag  gechipt und gesundheitlich untersucht. Diese Impfung muss mit ca. 12 Wochen aufgefrischt und im Folgejahr wiederholt werden. Nach der Wiederholungsimpfung ist der Impfschutz für 3 Jahre gegeben. Bitte besprechen Sie die Impftermine mit ihrem Tierarzt, da mit unterschiedlichen Impfstoffen gearbeitet wird.

Tollwut gibt es in Deutschland seit einigen Jahren nicht mehr. Fahren Sie aber mit Ihrem  Hund ins Ausland oder besuchen eine Ausstellung/Messe, muss der Impfpass des Tieres mitgeführt werden und die Tollwutimpfung ist zwingend erforderlich. Da viele Welpen auf die Tollwutimpfe reagieren sollte man diese beim 12 Wochen alten Welpen nicht machen lassen.

 

 

 

Wurmkuren

 

Selbst bei sorgfältigsten Hygienemaßnahmen können Sie es mitunter nicht verhindern,  dass sich ihr Hund mit Würmern infizieren kann. Infektionsquellen sind z. B. Hundehäufchen oder andere Tiere,  mit denen sie beim “gassi gehen” in Berührung kommen. Aus diesem Grund ist eine regelmäßige Entwurmung DRINGEND notwendig und ratsam. Wir entwurmen unsere Welpen alle 14 Tage bis zum Abgabetermin mit ca. 9 Wochen. Im neuen zu Hause sind Sie dafür verantwortlich. Die nächste Entwurmung sollte zeitnah  nach dem Einzug von Ihnen erfolgen jedoch spätestens ein paar Tage vor der Auffrischungsimpfe.. Danach ist es ratsam, Ihren Hund einmal jedes viertel Jahr zu entwurmen.

Bitte besprechen Sie das mit Ihrem Tierarzt. Achten Sie auch darauf, die Präparate regel- mäßig zu wechseln, da sonst der Organismus immun wird.

 

 

Zecken/Flöhe

 

Alle Jahre wieder… ist Zeckenzeit! Jeder Hundehalter hat früher oder später zwangsläufig  mit Zecken zu tun. Die blutsaugenden Parasiten sind aber nicht nur lästig, sondern können  auch richtig gefährlich werden. Die immer milder werdenden Winter begünstigen die  Ausbreitung dieser Tiere und selbst Zeckenarten, die sonst nur im Mittelmeerraum zu finden  sind breiten sich immer mehr Richtung Norden aus. Das bringt auch neue Krankheiten mit  sich, die durch den Biss der Zecke übertragen werden können.

 

Welche Zecken gibt es, und welche sind gefährlich? Zecken gehören systematisch gesehen zu den Milben, sie ernähren sich ausschließlich vom  Blut ihres Wirts. Es gibt etwa 850 Zeckenarten. In unseren Breiten sind vor allem zwei  Zeckenarten verbreitet, die für Hundehalter derzeit  eine Rolle spielen: Der Holzbock (Ixodes ricinus) und die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus).  Andere Zeckenarten vom warmen Südeuropa sind jedoch schon auf dem Vormarsch und  werden in einigen Jahren auch hier immer öfter vorkommen. Das ist vor allem die  Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) die sich immer weiter stark verbreitet,  aber auch die Igelzecke (Ixodes hexagonus) oder die Fuchszecke (Ixodes canisuga).   

 

Zecken beim Hund Gefahren, Bekämpfung, Vorbeugung   

  

Die Auwaldzecke ist der Überträger von  Babesiose ( auch “Hundemalaria” genannt),  sie ist deshalb für Hunde und Katzen besonders gefährlich.  Man erkennt die adulten Auwaldzecken an ihrer leichten Marmorierung auf dem “Rücken”  Die Auwaldzecke zeigt einen dreimaligen Wirtswechsel. Ein kompletter Entwicklungszyklus  dauert etwa 1–1,5 Jahre. Als Endwirte der Auwaldzecke spielen Haustiere wie Hunde und  Pferde, aber auch Rinder und Schafe, Wildschweine, Rehe und Füchse eine Rolle.  In Deutschland wurde die erste natürliche Population 1973 am Oberrhein beschrieben.  Mittlerweile gibt es in ganz Deutschland natürliche Populationen. Auch der Holzbock kann gefährliche Krankheiten übertragen, die sowohl für den Hund als  auch für den Menschen gefährlich werden können. Der Gemeine Holzbock ist unter anderem  Überträger der Lyme-Borreliose und der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). 

Wie hoch in einzelnen Teilen Deutschlands das Risiko für FSME durch Zecken ist,  können Sie hier auf einer Karte im Internet abrufen unter Zeckenkarte.  Üblicherweise ist der Süden stärker gefährdet als der Norden.

Wann ist Zeckensaison? Zecken kommen vor allem vom Frühlingsanfang (März) bis Ende Herbst (Oktober) vor,  jedoch kommen Zecken selbst in den kalten Wintermonaten immer mal wieder vor.  Es gibt also keine Garantie, dass man im Winter sicher vor Zecken ist. Der gemeine Holzbock  wird schon bei Temperaturen von unter 10 Grad aktiv! Zecken benötigen ein relativ feuchtes  und warmes Klima, aber auch in kalten Jahreszeiten gibt es Orte, an denen Zecken Plätze zum  überleben finden.

 

Wie kann ich meinen Hund schützen?

Gegen Zecken gibt es viele Mittel auf dem Markt, den Anbiss (bzw. eigentlich den Stich)  einer Zecke kann jedoch keins von ihnen völlig verhindern.  Sogenannte Spot-on’s zum Beispiel werden zwischen die Schulterblätter auf die Haut getropft  und verteilen sich von da aus über die ganze Haut. Sie vergiften die saugende Zecke und  sorgen dafür, dass die Zecke schneller abfällt als normal oder ‘vertrocknet’. Neben Spot-on’s  gibt es auch Zeckenhalsbänder, Zeckenspray oder Hausmittelchen wie Knoblauch  (Vorsicht: in grossen Mengen giftig für Hunde). Jedes dieser Mittelchen wirkt unterschiedlich  und nicht bei jedem Hund gleich gut. Bitte lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt beraten!!! Wichtig ist es, den Hund nach jedem Spaziergang gründlich abzusuchen. Dabei kann ein  Flohkamm helfen. Die Zecken beissen erst nach ein paar Stunden, so hat man also noch Zeit  zum absammeln.

Eine Zeckenimpfung/Borreliose-Impfung gibt es zwar, jedoch schützt diese kaum, da sie nicht  gegen die hier weit verbreiteten Erregerarten schützt. Über den Sinn einer Borrelioseimpfung  wird bis heute gestritten.  Gegen Zeckenbisse schützt die Impfung – wie oft angenommen – nicht! Wichtig bei einem Zeckenbiss: - die Zecke muss so schnell wie möglich entfernt werden! Borrelien (Auslöser der Borreliose)  werden meist erst einige Stunden nach dem Stich übertragen, je schneller die Zecke entfernt  wurde, je geringer ist die Chance, dass diese Krankheitserreger übertragen werden.  FSME-Viren werden aber schon direkt mit dem Zeckenbiss übertragen! - die Zecke muss möglichst vollständig entfernt werden. Wenn der Kopf drin bleibt,  ist das aber auch nicht gefährlich. Der fällt in den nächsten Tag von selbst ab.  Die Stelle sollte einfach beobachtet werden.

- Tipp: Beim Verwenden von Zeckenhaken hat sich ein drehen, anstatt ziehen bewährt.  Zecken haben zwar kein Gewinde, jedoch können sie sich bei diesen Drehungen nicht länger  festhalten und lassen dann los. Man versucht die Zecke mit den Haken möglichst am Ansatz  einzuspannen und dreht dann in eine beliebige Richtung, man kann die Richtungen auch  wechseln – bis die Zecke loslässt. Mit dieser Methode schafft man es, ohne zu ziehen, meist  sehr gut, die gesamte Zecke mit Kopf heraus zu bekommen und für den Hund ist es auch  angenehmer. Beim Entfernen nicht quetschen, sonst könnten Erreger aus dem Zeckeninneren  in die Wunde gelangen. Auf Mittel wie Klebstoff oder Alkohol sollte verzichtet werden.

 

     

 

Flöhe/Milben

So kannst du Flöhe und Grasmilben bei deinem Hund erkennen u. behandeln Flöhe und Grasmilben sind klein und gemein. Sie beißen, kratzen, jucken, saugen und können  Allergien auslösen. Flöhe sind sogar Überträger von Bandwürmern und machen auch vor  Menschen nicht halt. Die rund drei Millimeter winzigen Blutsauger haben eine enorme  Sprungkraft von über einem Meter und vermehren sich rasant. Bis zu 20 Eier legen Flöhe  am Tag, und wenn nur zehn Flöhe auf deinem Hund sitzen, haben es sich somit rund 200  weitere Flöhe pro Tag in Teppichen, Hundekörbchen, Polstern und Textilien gemütlich  gemacht. Dort können sie sechs Monate ohne Blutmahlzeit überleben.

Die Grasmilbe ist zwar  weniger gefährlich, aber nicht minder unangenehm für Hund und Halter. Sie sucht sich  versteckte, warme, dünne Hautpartien aus, um ihr juckendes Unwesen zu treiben.

Dem großen Krabbeln auf der Spur: Flöhe u. Grasmilben beim Hund erkennen.

Nicht jeder Hund mit Flöhen bzw. Grasmilben kratzt sich auch intensiv. Bei geringem Befall  kann es sein, dass er die ungebetenen Quälgeister gar nicht bemerkt. Um herauszufinden,  ob dein Hund Flöhe hat, hilft dir der Test mit Flohkamm und feuchtem Tuch. Dazu kämmst du  das Fell an mehreren Stellen, am besten entgegen der Wuchsrichtung, und klopfst  anschließend den Kamm auf dem Tuch aus. Wenn du nun den Inhalt des Flohkamms im  feuchten Tuch zerreibst, würde sich bei einem Flohbefall der Kot der Flöhe rostbraun färben.  Die Larve der Grasmilbe ist zwar nur etwa 0,3 Millimeter groß, fällt aber durch ihren  orangeroten Körper direkt ins Auge. Wenn du deinen Hund über einem weißen Tuch bürstest,  werden sie dir nicht entgehen.

Grasmilben treten frühestens ab März auf und sitzen, wie ihr  Name es bereits verrät, gern im Gras. Legst du im Sommer ein helles Tuch auf die Wiese,  werden sich die Grasmilben dort für ein Sonnenbad versammeln.

Vorhang zu im Flohzirkus: So befreist du deinen Hund  von Flöhen und Grasmilben

Bei schwachem Flohbefall genügt meist ein reguläres Spot-on-Präparat gegen Parasiten.  Auch ein Flohhalsband kann deinem Hund in diesem Fall vorbeugend helfen. Bei starkem  Flohbefall ist ein Besuch beim Tierarzt ratsam, um dort wirksame Hilfe für deine Fellnase  zu bekommen. Wichtig ist in jedem Fall auch, dass du die Flöhe aus deiner guten Stube  verbannst. Dabei hilft nur, alle Decken bzw. Körbchen (soweit möglich) zu waschen,  ordentlich staubzusaugen, wo möglich feucht zu wischen und alle Stellen, an denen sich  dein Hund gerne aufhält, anschließend mit einem wirksamen Umgebungsspray zu behandeln.  Nach der Flohkur ist auf jeden Fall eine Wurmkur angesagt, da die kleinen Blutsauger  Bandwürmer übertragen können. Auch gegen Grasmilben hat der Tierarzt wirksame Mittel  zum Einreiben oder Shampoos, mit denen du deinen Hund beim Baden einschäumen solltest.  Alle anderen Haustiere müssen natürlich auch ihrer Art entsprechend von Parasiten befreit  werden. Es gibt für jedes Tier das passende Präparat. Am besten ist eine regelmäßige  Prophylaxe, dann bleiben dir die Flöhe in deiner Wohnung ganz erspart.

 

Checkliste Flöhe erkennen:

schwarzer Flohkot Juckreiz, gereizte/entzündete Haut Flohkamm auf feuchtem Tuch ausklopfen, bei Flohbefall zeigen sich rostbraune Tupfen 

Behandeln:

Schwacher Befall Spot-on-Präparat, Flohhalsband, Wurmkur, Spray für den Haushalt Starker Befall  Präparat vom Tierarzt (auch für alle anderen Haustiere), Wurmkur, Spray für den Haushalt Vorbeugen:  Flohhalsband oder Spot-on-Präparate, achtsame Fellpflege  

Checkliste Grasmilben erkennen: 

Juckreiz, gereizte Haut (vor allem in den Pfotenzwischenräumen und Ohren sowie an  Gelenken und verdeckten Körperstellen), Haarausfall Hund zum Bürsten auf ein weißes Tuch stellen; zeigen sich orangerote Pünktchen,  handelt es sich um Milben 

Behandeln: 

Schwacher Befall  Präparate zum Einreiben oder Shampoos aus dem Fachhandel oder vom Tierarzt Starker Befall  Präparate zum Einreiben oder Einnehmen vom Tierarzt 

Vorbeugen: 

Rasen im eigenen Garten kurz halten, häufig mähen  öffentliche Wiesen und Äcker in der Erntezeit meiden  Hygiene im Haus verstärken, häufig staubsaugen, Wohntextilien reinigen  älteren oder geschwächten Hunde vorbeugende Medikamente vom Tierarzt verabreichen. 

 

Pro & Kontra Kastration/Sterilisation beim Hund

 

 

Kastrieren oder nicht – das ist die Frage, vor der jeder nicht züchtende Hundebesitzer irgendwann steht. Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht.

Man spricht bei beiden Geschlechtern von Kastration. Denn im Gegensatz zur Sterilisation, bei der Ei- oder Samenleiter nur durchtrennt werden, werden bei der Kastration Hoden und Eierstöcke entfernt. Ein sterilisiertes Tier ist genauso sexuell aktiv wie vor dem Eingriff – es kann nur keine Nachkommen zeugen oder bekommen.

Kastration - Sterilisation

Hündinnen

Hündinnen, die vor der ersten Läufigkeit kastriert wurden, haben einen ausgeprägteren Spieltrieb und sind unkomplizierter im Umgang mit Artgenossen.

Unter Kastration versteht man die operative Entfernung der Eierstöcke, wobei die Gebärmutter teilweise oder vollständig mit entfernt wird. Durch diesen Eingriff ist die Hündin zeitlebens sexuell ruhig gestellt. Die Läufigkeiten mit all ihren Unannehmlichkeiten wie Attraktivität für Rüden und blutiger Scheidenausfluss fallen damit weg.

Gründe:

Aus Sicht der Hundebesitzer bestehen die Hauptgründe für die Kastration in der Verhinderung unerwünschTrächtigkeiten und in der Erleichterung der Haltung. In manchen Fällen ist die Kastration aus medizinischen Gründen angezeigt. So z.B. wenn der Tierarzt Veränderungen an Gebärmutter und Eierstöcken oder Tumoren in der Scheide feststellt, bei Zuckerkrankheit (Diabetes) oder wenn die Scheidenschleimhaut vorgefallen ist.

Zeitpunkt

Seit den 60er Jahren ist bekannt, dass durch die Kastration vor der ersten Läufigkeit das Risiko für die Entstehung von Tumoren, ausgehend von den Milchdrüsen, auf 0,5 Prozent gesenkt werden kann. Bei der Kastration nach der ersten Läufigkeit beträgt das Risiko bereits 8 Prozent. Von allen Hündinnen, die erst nach der zweiten Läufigkeit oder gar nicht kastriert werden, entwickelt jede vierte einen Mammatumor. Wenn mal also bedenkt, dass die Mammatumore so häufig vorkommen und rund die Hälfte davon bösartig sind, scheint es unsinnig, mit der Kastration bis nach der ersten Läufigkeit zu warten.

Als Argument gegen eine Frühkastration wird immer wieder angeführt, dass die Skelettentwicklung der Hündin vorzeitig gestoppt wird. Wissenschaftliche Untersuchungen widerlegen jedoch diese verbreitete Fehlmeinung und bestätigen, dass frühkastrierte Hündinnen genau gleich groß werden wie ihre nicht kastrierten Wurfgeschwister.

Auch die Vorstellung, dass frühkastrierte Hündinnen psychisch infantil bleiben, ist nicht korrekt. Zwar haben Hündinnen, die vor der ersten Läufigkeit kastriert wurden, einen ausgeprägteren Spieltrieb und sind unkomplizierter im Umgang mit Artgenossen. Von den meisten Hundebesitzern werden diese Eigenschaften jedoch positiv gewertet und sind durchaus erwünscht.

Auf die Lernfähigkeit wirkt sich die Frühkastration nicht negativ aus. Werden jedoch große Anforderungen an den Hund gestellt, wie z.B. bei der Ausbildung zum Schutz-, Katastrophen- oder Blindenführhund, so empfehlen die entsprechenden Hundeausbilder eine Kastration erst nach der ersten Läufigkeit vorzunehmen.

Vorteile

Durch die Kastration wird die Sexualfunktion irreversibel und zeitlebens ausgeschaltet. Damit fallen auch die hygienischen Unannehmlichkeiten im Zusammenhang mit dem blutigen Läufigkeitsausfluss weg.

Der größte Vorteil der Kastration ist jedoch die Verhinderung von Mammatumoren, vorausgesetzt, die Hündin wird vor der ersten Läufigkeit kastriert. Wird bis nach der zweiten Läufigkeit mit der Operation gewartet, so ist das Risiko für Gesäugekrebs gleich groß wie bei einer sexuell intakten Hündin, nämlich 26 Prozent. Eine Kastration nach der zweiten Läufigkeit reduziert also das Risiko für Tumoren der Milchdrüse nicht mehr.

Auf die normalen Hormonveränderungen nach der Läufigkeit reagieren einige Hündinnen mit psychischen Störungen, eventuell auch mit Gesäugeanbildung, der so genannten Scheinträchtigkeit. Dieses für Hund und Besitzer gleichermaßen unangenehme Verhalten verschwindet mit der Kastration vollständig.

Durch die Kastration können außerdem Erkrankungen von Eierstöcken und Gebärmutter, vor allem die häufig vorkommende Gebärmuttervereiterung, verhindert werden.

Nachteile

Die Harninkontinenz, auch Harnträufeln genannt, ist eine der wichtigsten und unangenehmsten Folgeerscheinungen der Kastration bei der Hündin. Man versteht darunter den ungewollten, unkontrollierbaren Abgang von Urin, vor allem wenn die Hündin schläft. Weil bei der Kastration die Eierstöcke entfernt werden, fehlen also die Geschlechtshormone, welche u.a. für den Verschluss der Harnröhre nötig sind. Der Verschlussmechanismus der Harnröhre ist nach der Kastration geschwächt, was schließlich zu Harnträufeln führen kann. Hündinnen mit einem Körpergewicht von mehr als 20 Kilogramm sind mit 31 Prozent relativ häufig davon betroffen. Bei Hündinnen, die leichter als 20 Kilogramm sind, tritt die Harninkontinenz nur bei knapp 10 Prozent auf. Ein besonders hohes Risiko ist bei den Boxern, Rottweilern, Dobermännern, Pinschern und Riesenschnauzern nachgewiesen. So werden z.B. 65 Prozent aller kastrierten Boxerhündinnen inkontinent. Betroffene Hündinnen sprechen in der Regel gut auf Medikamente an, müssen jedoch zeitlebens behandelt werden.

Bei langhaarigen Hunden mit glänzendem Deckhaar, z.B. bei Spaniels, Langhaardackeln und Irish Settern, kann es nach der Kastration zu einem übermäßigen Wachstum des Wollhaares kommen; sie entwickeln ein stumpfes "Babyfell". Diese Fellveränderung lässt sich durch Behandlung mit Hormontabletten zwar verbessern, sie lässt sich jedoch nicht vollständig beheben. Die Erfahrungen einer langjährigen Inhaberin eines Hundesalons zeigen, dass das Babyfell bei frühkastrierten Hündinnen weniger häufig beobachtet wird. Wesentlich seltener kommt es nach der Kastration zu haarlosen Stellen in der Flankenregion, was bei kurzhaarigen Hunden sehr gut sichtbar und störend ist. Viele Hündinnen haben nach der Kastration, durch den Wegfall der Geschlechtshormone, einen größeren Appetit. Wenn sie uneingeschränkt weitergefüttert werden, kommt es zu Fettleibigkeit und in der Folge zu einer reduzierten Bewegungsfreudigkeit. Abhilfe verschafft eine konsequent restriktive Fütterung und ausreichend Bewegung. Nachteilig auswirken kann sich die Kastration bei aggressiv dominanten Hündinnen, weil dieses Fehlverhalten nach der Operation unter Umständen noch verstärkt wird.

Rüden

Im Gegensatz zur Hündin kann sich die Kastration beim männlichen Tier auf das Skelettwachstum auswirken.

Bei einer Kastration vor Erreichen der Geschlechtsreife dauert das Knochenwachstum länger, und der Rüde wird geringfügig größer.

 

Unter Kastration versteht man die operative Entfernung beider Hoden. Durch diesen Eingriff wird der Rüde zeugungsunfähig gemacht. Kein Grund für eine Kastration ist der gesteigerte Sexualtrieb, auch Hypersexualität genannt, welcher vorwiegend bei Zwerghunderassen vorkommt. Rund ein Viertel der Rüden ist davon betroffen. Sobald die Hunde in die Pubertät kommen, entwickeln sie einen zwanghaften Drang zum Besteigen von Objekten. Sie besteigen mehrmals täglich Spielsachen, Kissen, Menschen und Artgenossen und machen typische Kopulationsbewegungen. Die Hypersexualität soll in erster Linie durch erzieherische Maßnahmen korrigiert werden, indem das Besteigen von Anfang an nicht toleriert, sondern konsequent bestraft wird. Frühkastrierte Zwerghundrüden neigen auch zu Hysterie, was ohnehin gegen eine Kastration spricht.

Gründe:

Rüden werden in erster Linie kastriert, um unerwünschten, geschlechtsgebundenen Verhaltensweisen entgegenzuwirken. Erst an zweiter Stelle steht der Wunsch der Unfruchtbarmachung, meistens, wenn männliche und weibliche Tiere im gleichen Haushalt leben.

Ein weiterer Grund für die Kastration ist der bei jedem intakten Rüden auftretende weiße, schleimige Ausfluss aus der Vorhaut. Dieser Ausfluss läuft zwar unter dem Begriff "Präputialkatarrh", ist aber als völlig normales Phänomen zu beurteilen. Es bestehen große individuelle Unterschiede hinsichtlich Menge der abgesonderten Flüssigkeit. Eine übermäßige Produktion stellt für viele Besitzer ein hygienisches Problem dar. Mit Spülungen wird nur ein kurzfristiger Erfolg erzielt, weshalb sich einige Besitzer für die Kastration entscheiden. Danach hört der Ausfluss innerhalb weniger Tage auf. Medizinische Gründe, weshalb ein Rüde kastriert werden muss, umfassen Veränderungen der Hoden und der Prostata (z.B. Vergrößerung, Entzündungen oder Zysten). Nicht abgestiegene Hoden müssen frühzeitig entfernt werden, weil das Risiko, dass daraus Tumore entstehen, sehr groß ist.

Zeitpunkt

Bei Rüden ist der Zeitpunkt der Operation weniger bedeutungsvoll als bei den Hündinnen. Rüden werden oft erst als ausgewachsene Tiere kastriert, weil erst dann das als störend empfundene Sexualverhalten voll ausgeprägt ist und nun ausgeschaltet werden soll. Grundsätzlich gilt, dass der Effekt der Kastration auf das Verhalten um so geringer ist, je später die Operation erfolgt.

Vorteile

Mit der Kastration wird eine irreversible Ausschaltung der Sexualfunktion erreicht. Meistens ist jedoch nicht die Fruchtbarkeit, sondern ein aggressives Verhalten der Grund für die Kastration. In diesem Zusammenhang ist die Unterscheidung der verschiedenen Aggressionsarten wichtig, weil nicht alle durch die Kastration gleichermaßen beeinflusst werden. So hat z.B. die Kastration keinen Effekt auf die Aggressivität im Zusammenhang mit Futter oder auf die Aggressivität auf Grund von Angst. Konflikte und Beißereien mit männlichen Artgenossen dagegen, lassen sich durch die Kastration mehr oder weniger vermeiden, wobei das Alter des Rüden zum Zeitpunkt der Operation von großer Bedeutung ist. Je älter nämlich der Rüde bei der Kastration ist und je länger er sein Imponiergehabe bereits praktiziert hat, um so geringer ist der Kastrationserfolg.

Das Streunen und das Markieren im Haus wird in den meisten Fällen durch die Kastration völlig zum Verschwinden gebracht. Wie vorgängig erwähnt, sistiert der Ausfluss aus der Vorhaut nach der Kastration vollständig.

Nachteile

Auch bei den Rüden führt die Kastration zu einem gesteigerten Appetit. Wird nicht konsequent die selbe Menge weitergefüttert oder mit zunehmendem Alter sogar eher etwas weniger, so führt dies zu Übergewicht.

Im Gegensatz zur Hündin kann sich die Kastration beim männlichen Tier auf das Skelettwachstum auswirken. Bei einer Kastration vor Erreichen der Geschlechtsreife dauert das Knochenwachstum länger, und der Rüde wird geringfügig größer. Bei Spaniel-, Langhaardackel- und Irish Setterrüden wird die Fellqualität durch die Kastration in gleicher Weise, jedoch seltener beeinträchtigt als bei den Hündinnen.

Obwohl das Verhalten von frühzeitig kastrierten Rüden gegenüber ihren Artgenossen in der Regel sehr friedfertig ist, zeigen die sexuell intakten Rüden zum Teil einen sehr unangenehmen Umgang mit den kastrierten Rüden. Viele kastrierte und somit "geschlechtsneutrale" Rüden werden von ihren Artgenossen intensiv beschnuppert und bestiegen. Dieses Dominanzgebaren wird von den kastrierten Hunden aber meistens nicht toleriert, und sie nehmen bereits eine aggressive Abwehrhaltung ein, wenn sich ein interessierter Rüde nähert.

Fazit:

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass bei der Hündin nur wenige Gründe gegen die Kastration sprechen. Als Alternative zur Kastration käme die Läufigkeitsverschiebungsspritze in Frage, welche aber ebenso von Nebenwirkungen begleitet sein kann und außerdem in regelmäßigen Abständen von rund sechs Monaten verabreicht werden muss. Hündinnen sollten nach Möglichkeit vor der ersten Läufigkeit kastriert werden, weil damit eine gute Brustkrebsprophylaxe durchgeführt werden kann.

Bei den Rüden besteht weniger häufig "der Wunsch nach sexueller Ruhigstellung" wie bei den Hündinnen. Wird die Kastration wegen erhöhter Aggressivität eines Rüden in Erwägung gezogen, so darf mit der Operation nicht zu lange gewartet werden.

http://www.tierschutzverein-lingen.de/subfiles-tierhaltung/hunde-kastration.html

 

Sterilisation / Kastration der Hündin inTabellenform

Pro & Contra

Vorteile

Nachteile

Ohne Eingriff

(normaler Zyklus)

zunächst keinerlei Nebenwirkungen wie bei Kastration, Sterilisation oder Hormontherapie

kein Operations- und Narkoserisiko

regelmäßige Hitze (bis 3x pro Jahr) mit Rüden- attraktivität, z.T. mit Ungehorsam

Scheinträchtigkeit möglich

Gebärmutter- Vereiterungen im höheren Alter verbreitet (ca. 8 % aller Hündinnen über 7 J.)

Nach Eingriff

Kastration

(Totaloperation)

vor der 1. Hitze durchgeführt: weniger Mammatumor- Erkrankungen (Gesäugekrebs)

kein unerwünschter Nachwuchs

keine Hitze

keine Scheinträchtigkeit

keine Gebärmutter- entzündung oder -vereiterung

Neigung zu Fettsucht (20 %)

Harninkontinenz (10-15 0er Hündinnen über20 kg)

Haarkleidprobleme bei Langhaar (Babyfell)

Wesens- und Verhaltensprobleme in einigen Fällen

Sterilisation

kein unerwünschter Nachwuchs

regelmäßige Hitze (bis 3x pro Jahr) mit Rüden- attraktivität, z.T. mit Ungehorsam

Scheinträchtigkeit möglich

Gebärmutter- Vereiterungen im höheren Alter verbreitet (ca. 8 % aller Hündinnen über 7 J.)

Eierstöcke neigen zur Entartung

Haarausfall infolge von Überfunktion der Eierstöcke

Hormontherapie

kein Operations- oder Narkoserisiko

weder Hitze noch Scheinträchtigkeit bei korrektem Einsatz

mehr Mammatumor- Erkrankungen (Brustkrebs) im Alter

Gebärmutter- Veränderungen häufig

Sterilität möglich, falls später doch noch zum Züchten eingeplant

  

Darüber sind folgende Ausführungen bemerkenswert · Mammatumore sind bei kastrierten Hündinnen, die nach der ersten Hitze kastriert wurden, genauso häufig, wie bei unkastrierten. · Bei der Ausschaltung der Hitze durch eine Hormoninjektion muss beachtet werden, dass diese zu einem genau berechneten Zeitpunkt gegeben werden muss, nämlich während der Zyklusruhe. Diese kann zytologisch oder durch Hormonuntersuchung festgestellt werden. Zu einem falschen Zeitpunkt verabreicht, kann das Hormon die Gebärmutter verändern. Die Injektion ist alle drei bis sechs Monate zu wiederholen, muss aber nach der 3. oder 4. Injektion für eine normal ablaufende Hitze abgestellt werden. Eine Dauerhormonbehandlung fördert die Tumorbildung ! · Das häufige Harnträufeln nach Kastrationen großer Hündinnen stellt eine Dauerbelastung für den Besitzer dar. Die Ursache wird im Wegfall des Eierstockhormons Östrogen gesehen. Es ist u. a. für die Schließmuskelfunktion der Harnblase mitverantwortlich. Dieses Harnträufeln beginnt meist innerhalb der ersten zwei Jahre nach der Kastration. Die Verabreichung von Östrogen zum Ausgleich ist nicht mehr zu empfehlen, weil sie einerseits nur kurze Zeit wirksam ist, auf der anderen Seite jedoch folgende Schäden möglich sind: Knochenmarksdepression (nicht sofort sichtbar), Mangel an Blutplättchen und damit Blutgerinnungsstörungen. Geeigneter erscheint heute die Gabe von Ephedrin, das jedoch auf Herz und Kreislauf wirken kann und deshalb nicht bei jeder Hündin einsetzbar ist. Bleibt noch die operative Therapie-Methode, die jedoch nur von einigen Tierkliniken mit entsprechender Ausrüstung angeboten wird. · bei manchen Hündinnen treten die Läufigkeitssymptome auch nach der Kastration wieder mehr oder weniger stark auf. Dies gilt besonders für Hündinnen, deren Gebärmutter nicht oder nur teilweise entfernt wurde. Die Ursache ist in versprengtem Ovar-Gewebe zu sehen, das der Operateur nicht finden konnte (oft unterhalb der Eierstocktasche am Aufhängeband der Niere). Dieses Gewebe bleibt hormonell aktiv und neigt zur Entartung (Zystenbildung). Dauerläufigkeit ist oft die Folge. · Die Hormonaktivität kann zur Vereiterung des verbliebenen Gebärmutter-Rests führen. · Ein wichtiger Grund gegen die Sterilisation ist das Risiko der Zystenbildung/ Entartung der in der Hündin belassenen Eierstöcke und das erhöhte Risiko bzgl. der Gebärmuttervereiterung.

Quelle:

http://www.das-hundetraining.de/infos-links/pro-contra-kastration- sterilisation-hündin/